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Was (m)ein Blog WIRKLICH kostet

Vor einigen Tagen stolperte ich bei Facebook über einen geteilten Betrag (finde ihn leider aktuell nicht wieder) in dem es darum ging, wieviel denn ein Blog so kostet. Aufgedröselt wurde in dem Fall ein Foodblog – das Resultat waren meiner Meinung nach utopische Zahlen. Einige Tage später hat der René Hesse auf Twitter einen zum Thema passenden Kommentar abgelassen, den ich schon wesentlich passender fand. Den Kommentar hab ich dann mal zum Anlass genommen, mir selbst mal Gedanken darüber zu machen, was mein Blog mich so kostet. 

Vorsicht, langer Artikel – viel Text! Wer lesefaul ist und dennoch wissen will was Phase ist, einfach runterscrollen. TL;DR – Too long; didn’t read heißt die Zauberformel in dem Fall ;-)

Vorweg muss man sich dann erst mal überlegen, was man so in den Blog allein investiert, und was davon denn unter Umständen auch anderweitig verwendet wird. Nehmen wir als Beispiel mal ein Grafikprogramm. Milchmädchenhaft könnte man den Photoshop als Basis nehmen. Das wären dann rund 23,78 Euro im Monat. Aber nutzt man denn den Photoshop wirklich NUR für den Blog? Nutzt man ihn gar vielleicht noch anderweitig? Muss es überhaupt der „große“ Photoshop sein oder reicht vielleicht auch Photoshop Elements oder gar eine kostenfreie Alternative? Think about it …

Butter bei die Fische – bevor ich zu den eigentlichen Blogkosten komme, erst mal ein paar Worte zu meiner Zusatzsoftware. Photoshop Express und Lightroom hab ich im Einsatz. Rechne ich die mit rein? Nein. Ich nutze beide Programme sicherlich auch für den Blog, hab sie aber nicht primär für den Blog beschafft, sondern vielmehr zur Bearbeitung meiner hobbiemäßig erstellten Fotos. Die Nutzung für den Blog ist also nur ein charmantes Goodie. Selbst wenn ich sie mit reinrechnen würde könnte ich hier die Kaufpreise (beide Programme übrigens in Angeboten geschossen) nur anteilig reinrechnen. Da die Nutzung für den Blog hier im Verhältnis aber echt gering ausfällt lass ich sie aus der Rechnung raus – es gäbe ja sonst z.B. auch Gimp.

Server / Webspace

Was man durchaus voll reinrechnen kann/muss sind die reinen Server- / Webspacekosten. Aber auch hier sollte man auf dem Boden der Tatsachen bleiben. Für einen kleinen als Hobbie betriebenen Blog muss es kein dicker root Server für 50 Euronen (oder gar mehr) im Monat sein. Guten Webspace inklusive Domain gibt’s schon für unter 10€ im Monat. Wer allerding mehrere tausend Besucher pro Tag (!) hat und einen dementsprechenden Server wirklich braucht, der betreibt sicherlich seinen Blog auch nicht (mehr) als reines Hobbie und rechnet sowieso ganz anders.

Domain

Domainkosten sind sicherlich auch unter Umständen ein Thema. Bei vielen Webhostern ist meistens mindestens eine Domain mit im Preis mit drin und selbst wenn nicht, reden wir hier aber von nur rund 5 Euro im Jahr. Wer hier für seine .de Domain deutlich mehr bezahlt, sollte dringend den Anbieter wechseln.

Mein Blog

So, und was zahl ich nun? So einfach kann ich dann eigentlich doch nicht rechnen. Mein Server kostet mich sage und schreibe 9.49€ im Monat. Aber zum einen liegen dort gleich mehrere Projekte (nicht nur von mir) und zum anderen nutze ich diesen u.A. auch als Teamspeak Server. Würde ich das nicht machen, müsste ich mir diesen wahrscheinlich woanders kostenpflichtig mieten, denn missen möchte ich ihn definitiv nicht. Diese Miete für den Teamspeak müsste ich also eigentlich von den Serverkosten runterrechnen. Wie rechne ich also nun? Ich rechne zweimal – einmal was ich in erster Instanz im Monat bleche und einmal was dieser Blog hier dabei wirklich kostet.

Die kontobelastende Rechnung schaut also wie folgt aus:

  • Server (Netcup Root Server M V2 9,49€/Monat)
  • Domain (INWX 4,95€ / Jahr – entspricht 0,42€/Monat)

ENDE! Sage und schreibe knapp unter 10€ pro Monat. Wirklich.

Rechne ich hier nun noch real runter auf diesen einzelnen Blog, und nehme ich den Mehrwert des Server raus so ergibt sich:

  • Server (9,49€ geteilt durch insgesamt 2 Blog – andere Projekte lass ich jetzt der Einfachheit halber raus – macht 4,75 € / Monat)
  • Domain (0,42€ / Monat)
  • Abzüglich Teamspeak (0,30€ pro Slot pro Monat mal 32 Slots macht 9,60€ / Monat)

Daraus ergeben sich dann effektive Kosten für den Server von -4,43€ / Monat. Natürlich bekomm ich nicht jeden Monat dadurch vier fuffzich gutgeschrieben, aber es sind halt die effektiven Kosten des Blogs. Das ich monatlich natürlich dennoch meine rund zehn Euronen ausgebe versteht sich – allerding mit deutlichem Mehrwert.

Sinnige oder unsinnige Rechnung

In dem Eingangs angesprochenen Beitrag wurden auch Ding mit reingerechnet wie Internetzugang, Zeitaufwand, Unkosten für die Dinge über die gebloggt wird und und und. Bei all den dort angegebenen Punkten kann ich nur sagen: Ernsthaft? Wären denn diese Dinge sonst nicht da, wenn es den Blog nicht gäbe? Internetzugang hat man in der Regel eh. Das Essen, welches verbloggt, wurde danach sicherlich nicht einfach entsorgt. Zeitaufwand? Hallohooo – es ist ein Hobbie, das kostet nun mal Zeit. Tut jedes andere Hobbie auch, oder?

TL;DR

Unterm Strich bezahl ich für meinen Blog also direkt erst mal 9,91 Euro im Monat – in echt tendieren die Kosten für den Blog durch den Mehrwert des Servers aber gegen Null oder sogar darüber hinaus. Wer also nicht grade die dicken Besucherzahlen hat, kann sicherlich sogar mit noch weniger bis hin zum Nulltarif rechnen. Rene hatte es bereits treffend formuliert – macht euch also keinen Kopf und lasst euch nicht von solch großen finanzamttauglichen Rechnungen abschrecken und bloggt einfach munter drauf los.

Was mich jetzt aber mal interessiert, was ihr so (wirklich) für eure Blogs ausgebt oder ob ihr es auch so seht, das man wirklich jeden Pups mit reinrechnen sollte.

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Autor:

Ich bin Andi, 34 Jahre jung, glücklicher Papa, Freizeit-Blogger, Pixelfänger und Pixelschubser. Ich hoffe der Artikel hat Dir gefallen. Über ein Feedback würd ich mich freuen :-) Du findest mich ausserdem bei Facebook, Twitter und Google+.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Ich bin Student und betreibe mit zwei weiteren Studenten einen Retro & Indie Games Blog. Entstanden ist das Ganze in einem Seminar für die Uni. Wir hatten dann Anfang 2014 beschlossen die Seite weiterzuführen und mussten uns genau überlegen was für Kosten da auf uns zu kamen. Da es in den ersten Zügen vor allem günstig sein musste, entschieden wir uns für ein Starterpaket mit Domain und virtuellem Webspace für 2 Euro im Monat. Nach kurzer Zeit wurden einige Retro Interessierte auf uns aufmerksam, unter anderem Rene Meyer der jedes Jahr den Retro Bereich auf der Gamescom in Köln organisiert. So sind wir dann nach grade einmal einem halben Jahr mit einem eigenen Stand auf der Gamescom 2014 vertreten gewesen. Das war natürlich ein toller Boost für uns, weswegen der Webspace schon bald nicht mehr ausreichte in dieser Form. Also haben wir im November 2014 ein paar Dinge verändert. Von einem kostenlosen WordPress Theme wechselten wir auf ein 60 Euro teures (Wir wollten etwas fetzigeres und hatten auch ein paar Anforderungen an Funktionen die wir zur Umsetzung brauchten). Bei der Server Wahl entschieden wir uns ebenfalls für Netcup mit einem tollen Angebot von 9,50 im Monat und eine einmalige Zahlung von 5 Euro für die Domain (diese läuft auf den gleichen Vertrag wie der Webspace).

    Wir bewegen uns bzgl. der Kosten also in einem ähnlichen Rahmen wie es bei deinem Blog der Fall ist. Die Kosten für unser Theme gehören definitiv dazu, Software die wir für unsere Videos oder Beiträge brauchen würden wir aber nicht in diese Liste aufnehmen.

    Bleiben am Ende also 9,50 € im Monat und einmal Zahlungen in Höhe von 65 Euro.

    Firefox 43.0 Windows 7 x64 Edition

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